über einen der vielen Dünenübergang gelangt man fast überall auf Langeoog schnell an den Strand und bei gelegentlich doch mal schlechtem Wetter auch wieder ganz rasch weg von dort. Die in dieser Rubrik vorgeschlagenen Wege verstehen sich als Anregungen.
Wenn man sich zum Beispiel bei einem ersten Besuch von Langeoog einen Überblick über die Insel verschaffen möchte, geht dies von drei Punkten aus besonders gut. Der Wasserturm, siehe Abbildung rechts, ist der am leichtesten sichtbare; ihn erkennt man bereits bald nach dem Ablegen in Bensersiel. Direkt am Dorf gelegen und vor einigen Jahren renoviert, ist er ein sehr schöner Aussichtspunkt, der gerne zum Ziel eines Abendspaziergangs wird, um von dort aus einen der wunderschönen Sonnenuntergänge über der Nachbarinsel Baltrum oder im Sommer über dem Meer zu sehen. Während der direkt am Turm auf einem Aushang vermerkten Öffnungszeiten kann man Langeoogs berühmteste Landmarke von innen besichtigen.
Am östlichen Dorfrand liegt die Seenotbeobachtungsstation.Von deren Dach aus hat man ebenfalls einen schönen Blick. Besonders der weit draußen verlaufende Schifffahrtsweg kann von dort aus bestens beobachtet werden.
Etwas weiter weg vom Dorf liegt die Melkhorndüne. Ein Spaziergang dorthin ist von der Siedlung aus etwa 4,5 km lang. Diese Düne ist der höchste natürliche Punkt der Insel (21 Meter!), und bietet dem Urlauber die Möglichkeit, bis zur östlichen Nachbarinsel Spiekeroog zu schauen.
Die längste Wanderung, ca. 11 km, ist diejenige, welche zum Osterhook am Ostende der Insel führt. Auf befestigten Wegen geht es entlang der Dünen auf der Wattseite Langeoogs. Dabei werden die Jugendherberge und ein Zeltlager passiert, und man erreicht nach etwa zwei Dritteln der Strecke die Vogelkolonie mit ihrem Vogelwärterhäuschen. In der Vogelkolonie werden öffentliche Führungen angeboten. Die nebenstehende Abbildung zeigt einen Blick auf die Vogelkolonie. Von den Tieren selbst sieht man meist recht wenig, da sie sich zum Brüten im Gras versteckt halten. Hin und wieder fliegen Möwen unter lautem Geschrei auf und mit etwas Glück sieht man eine Rohrweihe auf der Nahrungssuche.
Kurz vor dem Ende der Wanderung erreicht man die Meierei, siehe Gebäude auf der Abbildung rechts, in der es Kleinigkeiten zu essen und auch etwas zu trinken gibt, wobei die im Hause selbst hergestellte Dickmilch, mit Zucker und Schwarzbrot serviert, als Spezialität von den Gästen gerne bestellt wird. Die Meierei hat dienstags immer Ruhetag.
Von der Meierei aus ist es nur noch ein kurzer Fußmarsch zum Beobachtungspunkt am Osterhook, von dem aus man die Nachbarinsel Spiekeroog sowie häufig Seehunde sehen kann, die mit dem bloßen Auge betrachtet jedoch allenfalls als längliche Gebilde im Sand auszumachen sind (siehe Abbildung rechts). Per Fernglas sind diese Tiere hingegen gut zu erkennen. Außerdem befindet sich am Beobachtungspunkt ein Fernrohr, mit dem man - natürlich gegen Gebühr - einen Blick auf die Meeresbewohner werfen kann. Die Absperrungen darf man nicht überschreiten, damit die Seehunde sowie die Seevögel in ihrem Schutzgebiet nicht gestört werden.
Wenn Sie sich am Beobachtungsstand aufhalten, dann sollten Sie auf die teils äußerst faszinierenden Luftspiegelungen über dem Wattenmeer achten, die man insbesondere bei Ebbe sehen kann. Nicht nur in den großen Wüsten dieser Erde kann man eine echte Fata Morgana sehen, sondern auch von Langeoog aus, siehe Abbildung rechts. Aufgrund der Luftspiegelungen, die man an warmen Tagen besonders häufig beobachten kann, mutet so manches Boot wie ein Geisterschiff an oder scheint gar über dem Wasser zu schweben.
Vom Beobachtungsstand aus geht es ein kurzes Stück zurück gen Meierei, und man quert dann die Dünen in Richtung Strand. Entlang der Wasserlinie läuft man zurück in Richtung Dorf. Dabei sollte der Urlauber die Augen offen halten, da, neben schönen Muscheln, nach Stürmen Bernstein im Sand liegen könnte. Im grünen, unberührten Hinterland kann man mit etwas Glück Sumpfohreulen bei der Suche nach Nahrung beobachten, die weitläufigen Wiesen sind das bevorzugte Jagdrevier dieser tagaktiven Greifvögel (siehe Abbildung rechts).
Wer es gerne etwas bequemer mag, unternimmt diese Tour mit der Kutsche. Bei geeigneten Witterungsverhältnissen geht es mit der Kutsche entlang des Strandes zurück zum Dorf.
Eine andere reizvolle Wanderung ist die über einen befestigten Weg führende Tour durch das Pirolatal. Auf dem gepflasterten Pfad geht es in Richtung Osten. Hier läuft es sich auch bei kräftigem Wind ziemlich geschützt. Am Ende angekommen, kann man sich für verschiedene Möglichkeiten entscheiden, wie man weiter kommen möchte: Am Strand entlang zurück, weiter zur Meierei (siehe oben), über den östlichen Schutzdeich in Richtung Hafen, wobei es einen schönen Blick auf das Watt gibt, oder über die Straße zum Dorf zurück.
Durch das Pirolatal - "Pirola" ist eine einst auf Langeoog heimische Pflanze - läuft man etwa eine knappe Stunde.
Auch um den Westteil der Insel gibt es eine interessante Tour. Nachdem man vom Dorf aus kommend an den Strand gelangt ist, läuft man entlang der Wasserlinie in Richtung Westen. Die Nachbarinsel Baltrum ist deutlich sichtbar, bei guten Witterungsverhältnissen sogar Norderney. Das Licht des Leuchtturms auf Norderney ist bei entsprechender Witterung weithin zu sehen. Auf Baltrum sind leicht Spaziergänger am dortigen Strand zu erkennen. Mit ein wenig Glück sieht man einen Fischkutter in der Accumer Ee, dem Gebiet zwischen Langeoog und Baltrum.
Besonders bei dieser Wanderung muss der Urlauber darauf achten, dass er die Wasserstände beobachtet, wenn er eine der dem Strand vorgelagerten Sandbänke betritt. Bei Niedrigwasser sind die Priele leicht zu durchqueren. Bei auflaufendem Wasser werden diese schnell zur Falle, da sie sehr tief und die Strömungen überaus stark werden. Wenn man das Schutzgebiet erreicht hat, das durch einen Zaun und Schilder gekennzeichnet ist, geht man nach links auf die Dünen zu. An der Beobachtungsplattform vorbei geht es über einen Naturlehrpfad, der auf vielen Tafeln Natur, Pflanzen und dort lebende Tiere beschreibt, auf den Schutzdeich zu.
Über diesen Deich geht es dann weiter zum Hafen oder in Richtung Dorf. Am Hafen empfiehlt sich der Besuch des Cafe und Restaurants "Kajüte am Hafen", in dem es hausgemachten Kuchen, ostfriesischen Tee aber auch allerlei ostfriesische Speisen und Fischspezialitäten gibt. Hier kann man gemütlich verweilen und den Blick auf den Yachthafen geniessen.
Nicht so genau festlegen lässt sich eine Wanderung, die um oder durch das Wäldchen führt. Auf markierten und befestigten Wegen kann der Besucher das Wäldchen durchqueren und umrunden. Da ein Teil des Wäldchens sumpfig ist, sollten die Wege nicht verlassen werden. So wird die Natur auch besser geschützt. Bänke laden zum Verweilen ein und erlauben selbst an windigen und kühlen, aber sonnigen Tagen eine kurze Pause, um die Sonne genießen zu können. Die dicht stehenden Bäume bieten einen sehr guten Windschutz, der sogar bei schlechter Witterung Spaziergänge erlaubt. Eine fast schnurgerade Straße führt vom Dorf zum Hafen. Eine Wanderung entlang dieses Weges dauert ca. 45 Minuten, sofern der Wanderer nicht unterwegs anhält, um auf den Wiesen beiderseits des Weges Pferde und Vögel zu beobachten. Text: Walter Gladischefski
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